Freitag, 16. März 2018

#1 Rettet & erhält man Mustangs, indem man sie nach Deutschland exportiert?

zu den anderen Teilen der Gedanken von Hardy Lahn zum deutschen Mustang Makeover:     EINLEITUNG    //    TEIL 2     //      TEIL 3       //    HARDYS VITA

Es erschliesst sich mir nicht Wildpferde in ein von Hauspferden völlig überlaufendes Land zu fliegen wo ein, für mich artgerechter Erhalt von einheimischen Pferden schon sehr schwer geworden ist. Deutschland ist ein Land, wo der Pferdemarkt mit hochspezialiserten Pferden, bester Abstammung überlaufen ist. Ein Land wo unzählige Hengstbesitzer Mühe haben, noch genügend Decksprünge zu verkaufen, da es in jedem Hinterhof von "zufälliger" Nachzucht nur so wimmelt und wo die Gnadenhöfe überlastet sind und sich bei bestem Willen keine artgerechte Haltung leisten können.


In Europa gehen Tausende von Haflinger Fohlen zum Metzger, wenn sie einem Zuchtideal nicht entsprechen. Pferdebesitzer/Einsteller wandern in Deutschland von einem Pferdehof zum nächsten, weil die Haltung sich schon für ihre Hauspferde nicht mehr eignet.

Zu wenig Auslauf, kleine dunkle Boxen und schlechtes Futter lassen Pferdehalter wie in einer Reise nach Jerusalem umherziehen und nicht selten werden Forderungen nach artgerechten Bedingungen auch mal unter der Gürtellinie beantwortet.

In meiner dreissig Jahren langen Arbeit als Natural Horsemanship- und Kommunikationstrainer in Deutschland (bis wir in die USA ausgewandert sind) war es meine Hauptaufgabe entweder Pferde zu reparieren die "Trainer" ohne genug Empathie und Wissen "trainiert" haben oder um Verhaltensstereotypien aufgrund von Haltungs- oder Wissensmängeln zu behandeln. Also warum Eulen nach Athen versteigern?

Der Mustang in den USA hat eine lange Geschichte und sie gehört auch dahin. Man muss auch keine Dülmener oder Przewalski Pferde nach USA schicken, um sie zu retten. Hilfe und aktive Unterstützung sollte vor Ort helfen, anstatt das Problem in ein anderes Land zu schicken.

Wird da versucht eine Hollywoodsehnsucht (Der schwarze Blitz) in deutsche Ställe zu Lieschen Müller zu tragen?



Mich erinnern die Boxen-Bilder mit den Mustangs in Deutschland an Rilkes Gedicht:

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Ihr möchte mehr übers MMO lesen? Dann seht Euch im Themenmonat vom Vorjahr um, wofür ich selbst die Texte verfasst habe (meine Vita ist HIER & Hardys HIER):

Themenmonat Mustang Makeover 2017

Brandneu ist dieser Blogbeitrag: Mustang Makeover & ich kreuzen die Klingen per eMail wozu dieses Video gehört:


Und hier noch ein Fundstück, denn in den USA sieht man es kritisch, dass die Pferde nach Deutschland verkauft werden, da man befürchtet, dass die Pferd zum Wanderpokal werden und am Ende irgendwann beim Schlachter landen.


Es gibt übrigens auch Positivbeiträge in unserem Blog, z.B. den allerneusten Beitrag:

Making Of: WDR-Beitrag Nr. 4 - 12 Oaks Ranch erneut im TV

Das Leitwort dieses Blogs lautet nichtsdestotrotz "Kühn, kritisch, konstruktiv" - diesem Tenor folgen auch meine Bücher, isbd. das mit dem Titel "Tod eines Pferdes" - eine Vorausschau gibt es HIER: Eines der Kapitel betrifft übrigens das Mustang Makeover, der sowohl ein Film übers MMO als auch einer über Peter Pfister wurden eingereicht. Die Equinale-Organisatorin begründet im 1. Buch ausführlich, warum das Mustang Makeover über Tanja Riedinge und Sandra Schneider nicht in die engere Auswahl kam:

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