Montag, 6. April 2026

Der optimale Einreitzeitpunkt: Wann ist ein Pferd erwachsen?

Menschen lieben es einfach. Am Einfachsten ist es, wenn man die Welt in Schwarz und Weiß unterteilen kann und was ist einfacher, als wenn man anhand einer einfachen Zahl entscheiden kann, ob es sich beim Gegenüber um einen guten oder einen schlechten Mensch handelt?

Der nachfolgende Artikel soll kein Plädoyer dafür sein, Jährlinge einzureiten, aber es will zumindest die Forderung hinterfragen, die verlangt, dass alle Pferde erst fünfjährig eingeritten werden sollen. Meinem ganz persönlichen Empfinden nach, ist das Eine mindestens ein Jahr zu früh, wogegen das Andere mindestens ein Jahr zu spät sind.

Das sagt mir zumindest mein gesunder Menschenverstand und meine ganz persönliche Erfahrung. Ich selbst bin schon im Teenageralter geritten: im Klassisch-Reitstall und bei meiner Cousine, die sporadisch Araber gezüchtet hat. Nach einer langjährigen Pause bin ich vor etwa 15 Jahren wieder eingestiegen, aber dieses Mal ins Westernreiten. In meiner Jugend war es gang und gebe, Pferde dreijährig einzureiten – außer bei Isländern, die als spätreif galten. So konnte ich also einige dreijährig eingerittene Pferde auf ihrem Lebensweg bis zum Rentenalter beobachten. Vor 15 Jahren, als ich ins Westernreiten einstieg, erlebte ich, dass man Westernpferde ein halbes Jahr früher einreitet – allerdings folgte auf das Anreiten oft eine mehrwöchige oder gar mehrmonatige Pause, wo die Pferde das Gelernte verarbeiten konnten. Ein dreijähriges Pferd entspricht altersmäßig etwa einem 20jährigen Menschen und da mein Vater mit 14 Jahren in seine Lehre zum Bohrwerksdreher gegangen ist, fand ich es nicht verwerflich, wenn man gerade die frühreifen und gut bemuskelten Quarterhorses etwas früher eingeritten hat. Viele dieser mir bekannten Pferde gehen heute auf die zwanzig zu und es scheint ihnen gut zu gehen. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand Pferde züchtet, einreitet, trainiert und damit lebt, dass diese dann zwei, drei Jahre nach dem Einreiten unbrauchbar wären, was ja oft behauptet wird z.B. bei Diskussionen auf „Facebook“. Das finde ich nicht plausibel, denn es wäre einfach unwirtschaftlich: Abgesehen vom Wert der Pferde sind ja auch die Aufzucht- und Trainingskosten nicht gering.

In Zeiten der Social Communitys werden Meinungen nicht nur durch den gebildet, der sich auf einem Gebiet besonders gut auskennt, sondern auch dadurch, wer im Internet am Meisten aktiv ist und daher mehr postet und kommentiert. Niemand weiß, wer hinter manchen Profilen steckt. Es ist somit nicht ganz auszuschließen, dass Laien den Prozess der Meinungsbildung stärker beeinflussen als Experten ihres Fachgebiets.

Wenn in Internet-Foren das Thema „Einreiten“ debattiert wird, dauert es meist nicht lange, bis eine Grafik auftaucht, wo Striche in die Richtung diverser Knochen gezeigt werden mit einem Vermerk, wann sich die jeweiligen Wachstumsfugen beim Pferd schließen – woraus dann jeder seine eigenen Rückschlüsse zieht. Wer sein Pferd mit drei Jahren einreitet, wird zwischenzeitlich schon misstrauisch beäugt. Der Westernreiter, der jahrzehntelang Pferde zweieinhalbjährig eingeritten hat, gilt plötzlich als Tierquäler. Ich frage in diesen Diskussionen immer nach Studien – monatelang erhielt ich keine Antwort auf diese Frage. Es schien niemanden zu interessieren, ob seine ganz persönlichen Schlussfolgerungen aus dieser Grafik wissenschaftlich belegt sind oder nicht. Also habe ich die Grafik zurückverfolgt zu einer Webpräsenz, wo es übrigens eher um Sättel und Grafiken, aber weniger um wissenschaftliche Forschung geht. Aber auch die Gegenseite hatte bislang keine Studien zur Hand, daher argumentieren beide Seiten aus dem gesunden Menschenverstand heraus, der sich anscheinend in recht unterschiedlichen Meinungen zeigt: Die einen werfen den anderen „Kinderarbeit“ vor, die sich mit folgenden Argumenten zur Wehr setzen, z.B. dass Schulkinder schon einen Ranzen tragen oder Balletttänzer und andere Spitzensportler schon im Kindesalter mit dem Training begonnen haben. Beim Mensch heißt es, dass die körperliche Leistungsfähigkeit im Alter von 30 Jahren allmählich nachlässt. Analog hierzu soll beim Pferd mit acht Jahren die körperliche  Leistungsfähigkeit nachlassen. Angenommen, dass dies der Fall wäre und wir Pferde tatsächlich erst fünfjährig einreiten, blieben uns höchstens drei Jahre, um die Pferde nicht nur auszubilden, sondern auch erfolgreich im (Western-)Sport vorzustellen. Klingt nach Stress, wie ich finde. Ohne die angeführte Grafik infrage stellen zu wollen, möchte ich hier wertungsfrei die weiteren Gründe aufzuzählen, die von den Befürwortern des Anreitens von zweieinhalb bis dreijährigen Pferden genannt werden:

  1. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans Nimmermehr: Junge Lebewesen sind aufgeschlossener und lernfähiger
  2. Junge Menschen und junge Pferde sind verspielter und neugieriger und daher viel eher bereit, etwas Neues auszuprobieren und Spaß an einer neuen Aufgabe zu haben
  3. Je früher man mit der Ausbildung beginnt, desto langsamer geht diese vonstatten: Es verbleibt mehr Zeit für mehrwöchige Pausen zum Nachdenken, Verarbeiten und Speichern.
  4. Es gibt nicht nur Rasseunterschiede, sondern auch individuelle Unterschiede
  5. Wer sein Pferd früher ausbildet, sorgt dafür, dass es auf Dauer leistungsfähiger ist (Quelle: https://blog.equisense.com/de/junge-pferde-ausbilden/)

Da dieses Thema so vielen Menschen auf der Seele zu brennen scheint, wollte ich es genau wissen und habe mich intensiv durch die Thematik „gegoogelt“. Erschreckend war zunächst, dass es bei Pferden, die zweijährig bereits Galopprennen bestreiten, vereinzelt Knochenbrüche gegeben haben soll, wobei die Epiphysenfuge des Röhrbeins gebrochen sei (zum Link). Da ich aufgrund dieser Aussage weder beurteilen kann, wann die Pferde eingeritten wurden (als Jährling?), noch ob und wie gut sie auf diese Rennen im wirklich halsbrecherischen Tempo vorbereitet wurden, noch wie sie gehalten und gefüttert wurden und auf welche Art das Einreiten erfolgte, habe ich mich also durch diverse Doktorarbeiten gelesen. Aus Vieren werde ich hier zitieren, die ich der Einfachheit halber mit Quelle 1 – 4 benenne (die zugehörigen Links finden Sie unten).

Bei der ersten Quelle, die sich explizit mit diesem Thema befasst und neben Röntgenanalysen auch Magnetresonanz-Tomographien einbezieht, war sogar ich erstaunt, als ich las, dass das Längenwachstum der Knochen im Alter von 2,5 bis 3 Jahren abgeschlossen ist – je nach Rasse. Zwar bestreitet die Studie nicht, dass vereinzelte Wachstumsfugen in Schulter, Becken oder Wirbelsäule sich erst später schließen. Wissenschaftliche Forschungen beweisen aber, dass die empfindlichste Wachstumsfuge im Röhrbein zu finden ist. Diese Fuge ist somit Schwerpunkt der ersten Studie, denn nur an dieser Stelle gab es Knochenbrüche bei den Galopprennpferden – Brüche anderer Wachstumsfugen scheinen nicht bekannt zu sein. Einen Hinweis darauf, dass Pferde erst belastet werden sollten, wenn sich auch die allerletzte Wachstumsfuge geschlossen hat, habe ich somit nirgendwo gefunden. Die vierte Quelle geht sogar so weit, dass schon im Alter von 24 Monaten (zwei Jahre) zumindest beim Vollblut 100 Prozent der Körpergröße erreicht sei – bei Warmblütern und Kleinpferden sollen dies knapp 90 Prozent der endgültigen Größe und des endgültigen Gewichts sein. Ist das Pferd älter als zwei schließen sich die Wachstumsfugen und die Knochen wachsen nur noch in einer Verdickung des Querschnitts. So steht es in der Doktorarbeit von Stefanie Walker (Quelle 4).

Die beiden anderen Quellen beschäftigen sich vor allem mit der artgerechten Haltung von Pferden und den Einfluss von Haltung und Bewegung auf die Entwicklung des Knochengerüstes. Entgegen der landläufigen Meinung dient es nicht zwangsläufig dem Wohl der Pferde diese möglichst zu schonen, denn „Zug- und Druckkräfte, die innerhalb gewisser physiologischer Grenzen auf die Epiphysenfuge einwirken, (sind) für die fortlaufende ordnungsgemäße Entwicklung unverzichtbar.“ Beim Umfang der Knochen wurden auch gravierende Unterschiede zwischen Stuten und Hengsten wissenschaftlich belegt.

Auch die dritte Quelle hebt bei Störungen und Fehlstellungen mehr auf Fehler in der Haltung oder Fütterung ab. Hier heißt es: „Absetzer und Jährlinge, die auf der Weide gehalten werden oder zumindest 12-stündigen Weidegang erhalten, weisen im Vergleich zu den in Stallhaltung aufgewachsenen Tieren signifikant höhere Mineralgehalte im Hauptmittelfußknochen auf. Bei Jungtieren, die mit Trainingsbeginn von der Weide in die Box gestellt werden, kommt es zum Rückgang des Knochenmineralgehaltes“. In dieser Quelle wird auch deutlich, dass es in der Tat rassespezifische Unterschiede gibt: Die Knochenfugen beim Warmblut schließen sich etwas später als z.B. bei Vollblütern und Quarter Horses. Der ursächliche Zusammenhang, der hier festgestellt wird, betrifft ebenfalls weniger den Zeitpunkt des Einreitens als die Haltung der Pferde: „Bei Jungtieren, die mit Trainingsbeginn von der Weide in die Box gestellt werden, kommt es zum Rückgang des Knochenmineralgehaltes. (…) Daher erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass Bewegungsmangel bzw. nicht den natürlichen Gegebenheiten entsprechende Bewegungsmodi auch bei Reit- und Sportpferden negative Auswirkungen auf die Festigkeit und Belastbarkeit des Skeletts haben könnten. Der Gelenkknorpel ist aufgrund seines Baues auf Druck- und Scherenbelastungen eingerichtet. Er besitzt die Fähigkeit, durch Wasseraufnahme aufzuquellen und damit seine Druckelastizität zu erhöhen. Um seine volle Belastbarkeit zu erreichen, benötigt der Knorpel nach experimentellen Messungen eine Mindestzeit von 10 bis 15 Minuten. Pferde, die höheren Belastungen ausgesetzt werden sollen, werden daher in der Regel zu Beginn der Arbeit vorsichtig warm geritten.“

Wenn man diesen Forschungsergebnissen gedanklich folgt, spricht vieles dafür, nicht nur über den Zeitpunkt des Einreitens nachzudenken, sondern vielmehr über die Art und Weise desselben – insbesondere um der geistigen Reife der Jungpferde Rechnung zu tragen. Das Buch „Professionelle Ausbildung … am Boden und im Sattel“ des weltbekannten Horseman Alfonso Aguilar befasst sich hier mehr mit den mentalen Aspekten des Lernens. Lernen fällt eben leichter, wenn ausreichend Zeit für die einzelnen Schritte bleibt, aber es ist auch sehr wichtig, dies in kleine Lernschritte aufzuteilen und keinen Schritt dabei (aus Zeitmangel) auslassen zu müssen. Und beim „Wie“ kommt es auch sehr darauf an, ob das Pferd muskulär gut entwickelt ist: Denn die Bauchmuskeln sorgen dafür, dass sich der Rücken wölbt: Also nicht die Knochen tragen das Gewicht, sondern die Muskeln. Daher sollte im Mittelpunkt jeder Pferdeausbildung stehen, dem Pferd eine gute körperliche Haltung beizubringen und es gut zu gymnastizieren, denn Verschleißerscheinungen bei Pferden finden sich keineswegs ausschließlich bei Sportpferden, sondern oft genug auch bei Freizeitpferden. Bei meinen Recherchen bin ich immer wieder darauf gestoßen, dass die Gesunderhaltung des Pferdes in hohem Maß davon abhängt, ob es in Dehnungshaltung geritten wird oder nicht. Zitate und wissenschaftliche Untersuchungen hierzu habe ich auf folgender Unterseite meiner Homepage gesammelt (Link zur Homepage).

Oft wird nun angeführt, dass die Jungpferde emotional und mental, den Anforderungen des Einreitens nicht gewachsen seien. Im Buch „Evidence-based Horsemanship“ von Dr. Stephen Peters und Martin Black wurde u.a. unter Beweis gestellt, dass Pferde von der geistigen Reife in den ersten beiden Lebensjahren Kindern, aber im Alter zwischen zwei und vier Teenagern entsprechen. Bei unserer eigenen Jungstute hat meine Tochter sich übrigens erstmals mehrere Tage nacheinander kurz aufs stehende Pferd gesetzt, als es zweieinhalb war. Richtig angeritten wurde es dann dreijährig. Ich habe mich intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt, habe eine Parelli-Instruktorin und meine Tierärztin befragt, die beide das Pferd als ziemlich „fertig“ und gut bemuskelt beurteilten. Übrigens ein Pferd, das nie Kraftfutter erhalten hat und im Offenstall lebt – somit ist es unwahrscheinlich, dass Schäden durch eigenes Übergewicht und Bewegungsmangel am Knochengerüst entstehen – bei einem Kundenpferd (eine Araberstute) habe ich der Besitzerin hingegen aus mehreren Gründen empfohlen zu warten, bis dieses dreieinhalb ist.

Beenden möchte ich den Artikel daher mit einem Zitat des bekannten Horseman Alfonso Aguilar: „Schätzen Sie Ihr Pferd richtig ein!“

Weitere Zitate von Aguilar und Videos vom Einreiten meiner eigenen Jungstute finden Sie auf folgender Unterseite meiner Homepage:

Zum Thema Jungpferde-Ausbildung findet ihr hier einen weiteren Artikel von mir:

 

Quellenverzeichnis:

Quelle 1: Magnetresonanztomographische Studie zur altersabhängigen Abbildung der Wachstumsknorpel (Uni Leipzig) von  Julien Paul Troillethttp://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/6921/VollversionDissJPTd%29.pdf

Quelle 2: Einfluss von Aufzucht und Haltung auf das Auftreten von Osteochondrose beim Reitpferd (tierärztliche Hochschule Hannover und Uni Göttingen) Annette Wilke:

Quelle 3: Haltung von Sportpferden unter Berücksichtigung der Leistung (Tierärztliche Hochschule Hannover) Stephanie Arnemann

Buch: Evidence-based Horsemanship von Dr. Stephen Peters und Martin Black (Wasteland Press, USA)

 Beleg dafür, dass Knochenbrüche bei Galopprennpferden für Entrüstung sorgten

 Quelle 4: Monitoring zum Wachstum von Gliedmaßenveränderungen bei Junghengsten in Schleswig-Holstein

 

Nicht erwähnt, aber ähnlich ist folgende Doktorarbeit: https://www.tierzucht.uni-kiel.de/dissertationen/diss_voswinkel_09.pdf

 

Als dieser Artikel im März 2015 erstmals erschienen ist, war er gerade einmal ein, zwei Stunden online: Da waren es schon über 12.000 Leser. 

Montag, 9. Februar 2026

Verrat: Täter werden hofiert - Opfer geächtet

Es folgt eine Leseprobe aus dem 4. Teil der Patrioten-Buchreihe (auch als E-Book):

Druckversion zum Einführunspreis von
10 Euro bei nicola-steiner@t-online.de

Vorausgegangen ist eine Rufmordkampagne, auf die der Patriot aufgesprungen ist, im Versuch, mich zu unterwerfen. Damit brachte er einen Stein ins Rollen, bei dem Mobbing-Opfern ein Strick daraus gedreht wird, wenn sie eine Verleumdung richtig stellen, oder man ihnen Hausverbot erteilt - wenn das nicht klappt, greift der Gegner zu noch hinterlistigeren Mitteln:

"Am Morgen schickte ich Falco den Entwurf bis hierhin. Danach sah ich, dass Paul die Treffgruppe in 'Ungeimpfte' umbenannt hatte. Das wertete ich so, dass kein neuer Treffpunkt gefunden wurde. Auf die dann folgenden Worte des Hahn: „Aus gegebenem Anlass werde ich die Gruppe in den nächsten Tagen schließen“, fragte ich: „Was ist denn der Anlass?“, und erhielt keine Antwort. Aber jemand schrieb: „Schließt sich eine Türe, öffnet sich eine neue!“ 

Ich hörte die Flöhe husten: Versuchten sie einen Treff zu organisieren, ohne dass ich es mitkriege? Denn es wäre ja möglich, dass die zahlreichen V-Leute des Verfassungsschutzes bzw. deren inoffizielle Mitarbeiter Paul genauso bearbeitet haben wie damals den Hahn und den Wirt von der Taverne: „Wenn Nicola kommt, dann kommen wir nicht mehr.“ Mit diesem Wunsch der meisten Leute, es jedem recht zu machen, öffnen die Organisatoren dem Unrecht Tür und Tor. Doch beim Rufmord an mir wurde nun sogar zugelassen, dass statt der Täterin das Opfer bestraft wurde.

Das müsste zumindest dann ein No-Go sein, wenn man sich so etwas wie einen Rechtsstaat für die Zukunft wünscht. Niemand kam auf die Idee, sich zusammenzusetzen, um die Probleme aus der Welt zu schaffen. Und falls doch, verhinderten es die V-Leute mit ihrer vorgespielten Empörung, die an Antifanten und andere links-grün-woke Konsorten erinnert.


Witzig war ja, dass Hilmar zu Rosenkriegzeiten vorschlug, ein Thing
Keine Geschichte über Liebeskummer,
sondern die Geschichte eines Verrats
 zu veranstalten, wo ich mutmaßte, dass drei Füchse darüber bestimmen, ob das einzige Schaf der Gruppe (ich) gefressen wird oder nicht. Mir war damals gar nicht klar, dass er damit ein Stichwort zu den Germanen gab. Da das Timing aber atemberaubend war, nahm ich an, dass es wieder ein typischer Fall von Das-Buch-schreibt-sich war.

Es trieb mich, darüber zu berichten, wobei ich nicht wusste, ob es das Buch war oder ein Anfall von Journalismus. Denn es ist von öffentlichem Interesse, wenn es einen Treff nicht mehr gibt, zu dem früher in Hochzeiten weit mehr als 50 Leute erschienen.

Vor allem fragte sich ein jeder, warum Paul erst eine Umfrage in der Treffgruppe startet und dann seine eigene Idee ohne jegliche Erklärung begrub.

Immerhin fragte ja auch jemand, was denn mit dem Treff ist und erhielt eine sehr ausweichende Antwort vom Hahn. Also erzählte ich das Ganze in meinem Telegram-Kanal und postete darunter über ein Dutzend Bildchen, die alle den Tenor hatten, dass um des lieben Frieden Willens jedes Unrecht geduldet wird, damit es nur ja keine schlechte Energie gibt. Daraufhin verließ Paul wortlos meinen Kanal, und sperrte mich auf Telegram. Sich einfach mal zu melden und das Problem anzusprechen, wäre ja auch zu einfach gewesen.

WOCHEN SPÄTER: Die Treffgruppe war immer noch nicht gelöscht: Jemand wunderte sich, dass alle Beiträge nach 3 Tagen gelöscht werden, und fragte Paul: 'Warum hast du das gemacht?' Stunden später schreibt Paul: „Die Gruppe gehört dem Hahn und sollte eigentlich schon längst gelöscht sein. Dafür gibt es Gründe, die ich hier nicht nennen möchte / kann.“ Ein paar Tage später stellte ein Admin (der Hahn?) das Löschen zurück auf eine Woche. 

Während meines Studiums war Transparenz noch ein hohes Gut. So konnte man nur spekulieren, ob der Hahn und Paul den Mut nicht hatten, zu sagen, dass man die Gruppe löscht, weil es vor V-Leuten nur so wimmelte oder weil sie mit Falcos und meinem Streit nicht umgehen konnten. Aber ich vermisste Falco schrecklich; dass Monopoly mich kontaktierte, ließ mich glauben, dass es umgekehrt genauso war.

Lustige Leseprobe: Turbulente Wald-Rallye
Außerdem spürte ich eine fast unerträgliche Schwere, die von Falco zu mir schwappte, seit ich entschieden hatte, dass ich ihm keine weiteren E-Mails mehr schicken wollte. Denn das Kinderleid-Buch ging jetzt in Druck, war also fertig.

Spürte Falco meine Gedanken? Oder war es die Scham, dass er nicht nur seiner Ex-Freundin, sondern auch mir etwas Schlimmes angetan hat?

Eines Nachts Mitte Januar wurde ich wach, weil mir wieder ein großer Schwall Magensäure hoch gekommen ist. Außerdem schmerzten meine Kiefer so sehr, dass ich dachte, jetzt platzen meine Kronen ab. Ich wanderte fast eine Stunde lang zwischen Wohnzimmer und Küche hin und her. Mein Border Collie verfolgte mich auf Schritt und Tritt. Gael war sehr besorgt, weil das hatten wir beide noch nicht in diesem Ausmaß erlebt. Ich fragte mich, woher das kam. Dann fiel mir ein, dass ich in einer Sprachnachricht auf Telegram eine Passage aus Eva Hermans Buch „Das Eva-Prinzip“ erwähnt hatte. Auf S. 231f ihres Buches kritisiert Herman zu Recht, dass Alice Schwarzer Macht über die Männer wünscht:

Das hieß letztlich: Lasst uns die Männer kleinmachen! Doch die Männer weigern sich, wie Haustiere dressiert zu werden. Sie ziehen es vor, als einsame Wölfe durch die Gegend zu ziehen, statt ein Dasein als angepasster Schoßhund zu fristen. Dies ist natürlich auch das Terrain all jener Männer, die – man darf es nicht verschweigen – nach wie vor Frauen ausnutzen, belügen, betrügen und emotional ausbeuten. Ja, es gibt sie, und es hat sie auch schon früher gegeben, diese finsteren Charaktere, die Frauen schlecht behandeln, sie schlagen, sie ihrer Freiheit berauben. Doch um sie geht es hier nicht. Sie sind nicht Teil des Problems, das die diffusen Männerbilder heute hervorbringt, die Rollenunsicherheiten, die Männer zögern lassen, sich langfristig zu binden und Vater zu werden.“

Diese Passage hatte ich in der Sprachnachricht zusammengefasst, und ich fragte mein Höheres Selbst, ob Falco den Podcast gehört hat. Das bejahte.

Könnte das der Auslöser dafür gewesen sein, dass ich in höchster Anspannung meine Zähne zusammenbiss, weil ich seine nächtlichen Spannungszustände telepathisch auffing? Dabei hatte ich ihn im Podcast sogar verteidigt und gefragt, was wir denn mit all den Narzissten und Psychopathen in unserer Gesellschaft machen sollen? Erschießen? 

Es sind nicht die Rollenunsicherheiten, die Männer zögern lassen, sich zu binden. Es sind die Traumata, die Seelenwunden. Daher versuchte ich telepathisch eine Verbindung zu Falco aufzubauen, sagte ihm, dass es nicht seine Schuld war, dass Jungen von klein an traumatisiert werden – und was das betrifft, muss man Eva Herman ja dankbar sein, dass sie darauf hinweist, dass der frühe Besuch von Kindergärten Trennungstraumata hervorruft, was mein jugendlicher Klient Leif bestätigte. Der ist im Kindergarten ja immer wieder verprügelt worden. In der Grundschule ist ihm mit einem Seil die Luft abgeschnürt worden. Niemand hat ihm geholfen oder geglaubt. Jetzt ist er drogensüchtig.

Die Mutter von Eva Hermann beginn wegen
dem Rufmord an ihrer Tochter Selbstmord
Deswegen war ich wütend auf Eva Herman, dass sie so wenig Verständnis für Menschen wie Falco aufbrachte, dem auch einmal die Luft abgedrückt wurde. Gewalt verursacht Gewalt, solange Traumata nicht aufgelöst sind. Jetzt steht Falco schwere seelische Nöte durch, weil ihm etwas passiert ist, was er sich nicht verzeihen kann. 
      Auch in ihrem anderen Buch „Blutgericht Europa“ hatte Herman geschrieben, dass die Leute einfach zu faul und zu feige wären, um sich mit der politischen Realität auseinanderzusetzen.

Selbiges schreibt auch Michael Morris in Endgame, der ebenfalls sehr viel über Autisten und Narzissten schreibt, aber den Zusammenhang von Frühtraumatisierung und Gewalt an Frauen und Kindern nicht auf die Kette bekommt. Diese Täter können sich dem Grauen der Realität einfach nicht stellen, solange sie derart traumatisiert sind. Es ist eine Krankheit, keine böse Absicht. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes gestört und werden für das, was man ihnen als kleine Jungen (oder Mädchen) angetan hat, als Erwachsene stigmatisiert, und das sogar von Autoren, die über diese Frühtraumatisierungen aufklären wollen. Die gehen aber nicht durch Zauberhand weg, nur weil man erwachsen wird.

All das erzählte ich Falco in meinen Gedanken, und ich hatte das Gefühl, dass er jedes Wort hörte. Es schien, dass es ihn beruhigte, und so beruhigte es auch mich.

Ich schlief wieder ein und träumte von Falco bzw. von ihm und seinem Bruder, den er ja gar nicht hatte. Aber der 'Bruder' lag draußen vor dem Haus auf dem Asphalt. Im Traum hörte ich eine Stimme, die sagte, dass ich dem Bruder helfen soll, damit ich Falco zurückgewinne. Das passt ja, denn man spricht bei Borderline und Co ja davon, dass Persönlichkeitsanteile abgespalten werden, die dann ein Eigenleben führen. So ist es ja auch zu erklären, dass Falco auf der einen Seite meine Bücher Korrektur las und auf der anderen Seite herging und sie bei Jens als meine Verarbeitung von Liebeskummer diffamierte.

Die Handlung dieser Leseprobe ist fiktiv, aber von realen Ereignissen inspiriert. Weitere derartige Don't-mess-with-Nicola-Steiner-Geschichten gibt es im 1. Teil "Gedankensex mit einem Patrioten", und auch im 5. Teil, der, wenn überhaupt, 2027 erscheint - wo das 1883-Zitat vorab lautet:

"Wir sind schon im Himmel und in der Hölle, Sie existieren nebeneinander, und Gott ist das Land."

Weitere Leseproben:

Silvesternacht erfordert Bügeleisen zum Lachfalten glätten

Mordanschlag am Heiligen Abend: Mit Nachtisch gedroht

Wildes Mädchen: Schüttel' Dein Haar für mich

+  SEHR  LANGE  GEDANKENSEX-LESEPROBE (#1) BEI  GOOGLE BOOKS

+ ROSENKRIEG MIT EINEM PATRIOTEN (#2) BEI GOOGLE BOOKS

Auch als E-Book: #3 (Kinderleid mit einem Patrioten) und #4 (Engelsflammen mit einem Patriotenund als Sprachnachrichten in meinem Telegram-Kanal: 

Sex bei den Kelten und ein Klosterfrosch

Falco steuert einen F-Drop zum Thema Viren bei

Etwas Amüsantes und ein Rätsel dazu, wie die Botschaften des Buches versteckt wurden

und als Hörbuch in dieser PLAYLIST. Es geht in dem Buch auch um Heilung, weil der Grund dafür, dass sich die Menschen bis zur Selbstaufgabe anpassen, egal, was man ihnen antut, könnte (laut Hans-Joachim Maaz) sein, dass ein Großteil der Bevölkerung schwer traumatisiert ist - mehr Infos zum Thema Selbstheilung und Seelenreisen auf:

Coaching: nicolasteiner.eu/emdr

Donnerstag, 2. Oktober 2025

Hausverbot, Praktikum im Biertrinken und ein 3-D-Schach-Duell am Turm

Im Blogbeitrag kombiniere ich Leseproben aus dem 2. und dem 3. Teil meiner Patrioten-Trilogie. Dies weil die (untere) amüsante Passage im Kinderleid-Buch ein Vorspiel im 2. Teil der Trilogie, hatte. Die Vorgeschichte ist, dass der erste Teil der Trilogie massiv von vermeintlichen Verfassungsschutzleuten angegriffen wurde, die erstens unterstellten, der Holocaust würde geleugnet und zweitens behaupteten, ich hätte die Buchfiguren nicht um Erlaubnis gefragt, ihre Person zur Buchfigur zu machen. Dabei hat jeder seine eigene Buchpassage zur Genehmigung vorgelegt bekommen, obwohl ich das von Gesetzes wegen gar nicht muss - ausführliche Stellungnahme HIER. Aber ich habe mich weder einschüchtern lassen noch wurde ich hysterisch - ich habe kurzerhand ein Spiel daraus gemacht und mich köstlich amüsiert:

"Einer von den vielen Menschen, die mir sagten, wie kompliziert und anstrengend das mit Falco und mir sei, war Klaus, dessen Praktikum wir einvernehmlich nach der Hälfte der Zeit auflösten. Einer der Gründe war, dass er es zu anstrengend fand, dass ich kein anderes Thema hatte als Falco, Berta oder Dr. Lisa, die die Demos in der Landeshauptstadt kurz und klein gespalten hat. Wenn Klaus jedes Mal einen Schnaps bekommen würde, wenn ich einen dieser drei Namen sagte, wäre er sturzbetrunken.

Mein Eindruck war ja, dass das auch ohne meine Namensaufzählungen ganz gut klappte, weil er entweder mit mir oder ohne mich die Nächte durchsoff und dann morgens um 9 Uhr nicht aus dem Bett zu kriegen war. Während er nicht aufstand, bediente ich meinen Praktikanten mit Kaffee und Toast und ärgerte mich schwarz, aber sagte nichts. Irgendwann setzte er sich an den mehr oder weniger gedeckten Frühstückstisch, erzählte von Gott und der Welt und gab sich genervt, wenn ich auch einmal etwas erzählen wollte, weil er meine Wortbeiträge nicht nach qualitativen Gesichtspunkten, sondern nach quantitativen Namensaufzählungen beurteilte. Aber er war bereit, mit mir zusammen zum Treff zu gehen: Wer war das schon in diesen Zeiten? (...)

Für € 20,- Bestellung per Mail: nicola-steiner@t-online.de
Wenigstens des Praktikanten Busenfreund, der Hahn-im-Korb nahm sich die Zeit, diese Berta-Problematik fast eine Stunde lang am Telefon mit mir zu erörtern. Gerade der musste ja selbst eine Menge einstecken, weil er beim Tribunal das Wort für mich ergriffen und ja auch an drei Wochenenden nacheinander den Treff ins Forum verlegt hatte. Hätte er das nicht getan, wäre Udo ja gar nicht so über den Hahn hergefallen. Danach war aber keine Rede mehr davon, den Treff zu verlegen. Er wollte erst einmal mit Berta reden, was eigentlich an dem Tag geschehen sollte, als ich mit Klaus dort auflief. Der Hahn berichtete, dass Berta so spät gewesen sei, dass keine Zeit für ein Vier-Augen-Gespräch übrig blieb. Sie hatte aber eine halbe Stunde später sehr wohl Zeit dafür, sich fast zehn Minuten vor mich hinzustellen und mir den Marsch zu blasen für Taten, die ich nicht begangen habe. Davor hatte sie mich gebeten zu gehen, was ich verweigerte. Nachdem ich ihr aber partout nicht antwortete – Klaus lobte im Nachhinein, dass sie mich zu einer Szene hat provozieren wollen – ging sie zum Hahn, sagte ihm, er sei Veranstalter, und er solle das jetzt mit mir regeln. Also nahm er mich zur Seite, fragte, ob ich bereit sei zu gehen. Ich antwortete mit „Nein.“ Somit flitzte der Hahn nun zu Berta, um sie damit zu konfrontieren, dass ich weder eine Straftat begangen noch Gäste belästigt hätte, so dass ein Hausverbot rechtswidrig wäre. Obwohl Berta diejenige war, die gegen mich die Straftat derVerleumdung begangen hat, beschwerte sie sich beim Hahn, dass ich nicht nur einmal, sondern gleich drei mal gewagt hatte, ihre üble Nachrede richtig zu stellen, weswegen der Hahn nun wieder zu mir sauste, um mir mitzuteilen, er habe neue Infos. Ich erklärte ihm, dass ich im Falle, dass über mich unwahre Tatsachenbehauptungen verbreitet werden, diese beliebig oft richtig stellen dürfe, was den Hahn-im-Korb veranlasste, wieder zu Berta zu flitzen, um ihr auch das weiterzugeben.

ANDERTHALB JAHRE SPÄTER IM 3. TEIL DER PATRIOTEN-TRILOGIE: