Freitag, 8. Februar 2019

Making of Enthüllungsroman "Die Pferdemafia - zwischen Pferdeprofis und Mustang Makeover"

WEIL DAS MUSTANG MAKEOVER MIR WEGEN DIESEM BUCH MIT EINER KLAGE DROHT, IST DAS BUCH NUR BEI MIR ERHÄLTLICH                           nicola-steiner@t-online.de

Zündende Idee kam erst im zweiten Anlauf

Das ist zwar kein Enthüllungsroman, aber auch spannend
Es sollte eigentlich ein Buch über die Pferdeprofis werden, als ich vor anderthalb Jahren die ersten Zeilen zum Enthüllungsroman schrieb. Doch damals war die Idee "Enthüllungsroman" noch gar nicht geboren. Ich fand nicht den richtigen Dreh, entlarvte auf 30 Seiten fadenscheinige Argumente der Fans wie "Du bist doch nur neidisch" oder "Die Sendung ist doch nur Unterhaltung" uvm., wollte darüber berichten, wie sich Bernd Hackl in der Urheberrechtsklage gegen mich geäußert hat - er hat z.B. behauptet, er hätte mein Buch "Westernreiten meets Natural Horsemanship" wegen Plagiats abgelehnt, als er noch Mitverleger im Pepper-Verlag war. Der Enthüllungsroman liefert Beweise dafür, dass er erstens gelogen und zweitens sich selbst des Plagiats schuldig gemacht hat. Nicht uninteressant, aber irgendwie doch noch nicht rund und mitten im Schreibprozess wurde damals bei einem Zirkuskurs von Peter Pfister ein Pferd getötet: Nun hatte ein anderes Buchprojekt Vorrang (Cover rechts).

Schon war der Winter vorbei, die Jahreszeit, in der ich Bücher schreibe: Der Pferdeprofis-Buchentwurf staubte vor sich hin, bis ich Lisa Eggert kennen lernte und die hatte die zündende Idee und schrieb mir eine PN, die mich zu einem roten Faden inspiriert hat (unter der Buchwerbung abgedruckt). Das Buch sollte einen Bogen schlagen zwischen Pferdeprofis und dem Mustang Makeover - einfach die Idee aufgreifen, wie man heutzutage Trainer wird: Entweder als Star im TV und auf Messen oder beim Mustang Makeover mit Halsring, im Wallekleid und Pferden, die neben Bodenarbeit und reiten auch noch allerlei publikumswirksame Zirkustricks zeigen wie das Hinlegen (ich habe übrigens einen Ex-MMO-Mustang kennengelernt: Der war bei einem Zirkuskurs, damit er aufhört, sich hinzulegen, sobald man ihn irgendwie berührt. Auch die Geschichte wird im Buch erzählt - in einer Reportage).


Lisa hat sich dann fleißig mit Beiträgen am Buch beteiligt, bspw:
  • Essay zum Mustang Makeover: Wo kommen all die Indianerinnen her?
  • Pferdeprofis Unterhaltung? Die Bildsprache straft diese Behauptung Lügen
  • Vorschlag zur Mindestqualifikation im Pferdebereich
und mit einem Vorwort, wofür mir nachher der Platz fehlte. Dieses Vorwort ist fast schon ein Gegengewicht zum Buch, denn wo im Buch die Mindestqualifikation für Pferdetrainer gefordert wird, zeigt das jetzt outgesourcte Vorwort auch die Nachteile von zu vielen Reglementierungen auf, warnt davor vom einen Extrem ins andere zu geraten. HIER nachzulesen.

Mit Lisas Hilfe entstand ein bunter Blumenstrauss der deutschen Scharlatane: Das Buch nahm endlich Gestalt an und die Ideen überschlugen sich regelrecht.

Oder eigentlich flogen sie mir zu - wie ja auch die Klage vor Gericht, wo sich Bernd Hackl sozusagen, um Kopf und Kragen redet, weil Screenshots das Gegenteil seiner Worte beweisen, war nur ein Anfang. Im Laufe des Jahres 2019 lieferte mir das Universum Thema für Thema, was den Titel Mafia beinahe unvermeidbar machte. Was genau das ist, was alle verbindet, will ich an dieser Stelle nicht verraten - ein bisschen Spannung muss sein. Deswegen nur ein paar Stichworte:
  • Besitzerin von Haflinger Nero deckt auf: Trainingserfolge der Pferdeprofis sind Lug & Trug
  • Nur im Buch: Martins Rütters Mina TV schreibt an Bea Brozehl - was wohl?
  • Serenity Horses fordert per Video Selbstzensur von Pferdeprofis Kritikern
  • Ich fliege aus der Facebook-Gruppe Wittelsbuerger und weiß nicht warum
  • Ist Sandra Schneider aus der Sendung Pferdeprofis geflogen? Informanten plaudern ...
  • Peter Pfister wird verurteilt, bleibt aber der Presse gegenüber bei der Unfall-Version und verkauft sich trotz Verurteilung als besonders sanft, während er zeitgleich Turnierreiter-Bashing betreibt (dieses Bashing gegen Turnierreiter ist auch Thema im Buch)
  • Ich lerne Uwe Jourdain kennen und erlebe bei einem Kursbesuch mein blaues Wunder (Einstiegsreportage dürfte als Vorschau vorhanden sein)
Und dann schrieb es nur so aus mir heraus und ich habe angefangen zu wühlen. All den selbsternannten Pferdetrainern, die in Deutschland Rang und Namen haben, habe ich auf den Zahn gefühlt: Die Sandra-Schneider-Akademie, nachgeworfene Trainerscheine von Michael Geitner, wissenschaftlicher Unfug über die Farben blau und gelb und der Unsinn über die angeblich nicht verknüpften Gehirnhälften und zum Thema Wissenschaft: Wie sehr werden die Leute beim Thema positive Verstärkung an der Nase herum geführt ... und plötzlich war mir klar: Das wird ein Enthüllungsroman und damit kam eine weitere Wende, denn Literatur muss auch literarischen Gesetzen folgen: Es muss einen Höhepunkt geben, die Spannung muss immer mal wieder ansteigen und abfallen, damit es den Leser nicht zu sehr anstrengt. Dieses Mal hatte mein Sohn, der Geschichte und Literatur studiert, eine weitere zündende Idee: Nicht nur ein Höhepunkt, sondern zwei. Und diese zwei Höhepunkte sind bitterböse Satiren. Nach Aussage meines Sohnes das Beste, was ich je geschrieben habe.

In diesen Satiren (das Buch ist durchsetzt davon) mache ich mich erst über die Sandra Schneider Akademie lustig und wenn man denkt, der Horrorfilm ist zu Ende, das Monster besiegt, dann geht es noch mal rund. Okay, ist keine Literatur, aber was in Filmen funktioniert, soll fürs Buch auch recht sein. Und für den Fall, dass jemand die jeweiligen Vorgeschichten nicht kennt, gibt es eine Playlist zum Buch - in order of appearance.


Beim Mustang Makeover gibt es auch allerlei zu enthüllen - hier hat sich Hardy Lahn mit Gastbeiträgen beteiligt - ein Deutscher, der in die USA ausgeliefert wird und aufzeigt wie echte Hilfe für die Mustangs aussieht, denn in den USA engagieren sich Non-Profit-Organisationen, die Land für die Mustangs kaufen, damit diese in Freiheit leben können. Eine Vorschau aufs Buch mit hochbrisanten Screenshots gibt es per Video:




Damit der Leser keinen Herzinfarkt bekommt, liefere ich zwischendurch auch mal stinknormale Informationen - meistens in kleine Geschichten und Anekdoten verpackt:
  • Ist Satire Comedy? Auch Bernd Hackl versucht sich in Satiren ...
  • Betreibe ich unseriösen Journalismus? Journalistische Darstellungsformen sind mehr als nur Berichte und Meldungen ...
  • Was ist eine Meinung? Wahr oder unwahr - das ist hier die Frage ...
  • Warum ist so wichtig, auch kritische Meinungen zu äußern?
Na ja, den Rest findet ihr ja im Inhaltsverzeichnis, bis auf das Vorwort und noch ein anderes Mini-Kapitel, das aus Platzgründen raus aus dem Buch musste, weil dann doch vielleicht doppelt und auch nicht spannend genug:



Eine der inspirierenden Nachrichten von Lisa Eggert, worauf wir uns zum persönlichen Gespräch getroffen haben: >Hey, die Idee finde ich super. Vielleicht lohnt sich da auch ein "historischer" Abriss. Ich habe vorhin überlegt, dass diese ganze Idee von "alternativem" Pferdetraining in Deutschland ja erst so zu Beginn der 90er mit Leuten wie Monty Roberts und Buck Branaman aufgekommen ist. Danach ist diese Szene ja quasi explodiert. Immer in Abgrenzung zum "bösen Alten". Dabei kommen ja Brannaman und Roberts aus einer ganz anderen Reittradition. Die hatten ja das Brechen von Arbeitspferden vor Augen. Das ist ja gar nicht das, was hier passiert ist. (dass auch die FNler mittlerweile zu schnell arbeiten, ist ja eine neuere Entwicklung). Eine krude Idee von Horsemanship hat sich dann irgendwie im Freizeitreiter-Bereich verselbstständig. Bis dahin, dass offensichtliche Amateure (wie Sandra Schneider oder diese "Mädchen" beim MMO) einfach per Selbstbezeichnung "Profis" oder Trainer werden. Und immer geht es darum, dass die "Anderen" fies und gemein sind und immer schon kein Herz für die armen Pferde hatten. Interessant ist ja auch dieses ewige Gebashe gegen die Turnierreiterei mit dem Argument, es ginge da ja nur ums Geld - als würde es bei den Pferde-Profis (auf einem Privatsender!) oder beim MMO nicht ums Geld gehen. Ist auf jeden Fall super spannend, da mal länger und komplexer drüber nachzudenken. Dir einen schönen Abend.<


Kommentare:

  1. Ach Mensch, jetzt habe ich mich gerade richtig neugierig gelesen und bemerke jetzt erst das ich das Buch gar nicht lesen kann. Schade. Ich drücke in jedem Fall die Daumen das alles gut ausgeht. Es braucht solche Aufklärungsarbeit wie du sie machst. Nicht damit irgendwer verunglimpft wird, sondern damit alle ein wenig kritischer werden und die Dinge einfach öfter Hinterfragen.

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  2. Hallo, klar kannst du das lesen. Du kannst es bei mir bestellen unter nicola-steiner@t-online.de Da das Mustang Makeover Beschwerde gegen den Entscheid eingelegt habe (siehe Blogbeitrag im Juni hier im Blog), die zwar in der ersten Instanz abgelehnt wurde, warte ich noch ab, was in der 2. Instanz passiert und bringe das Buch dann auch wieder so auf den Markt, dass man es bei Amazon bestellen kann. Danke für deine Daumen, dann kann ja nichts mehr schief gehen.

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