(Fall-) Geschichten

Ein Geht-nicht-Pferd geht jetzt doch

Es gibt ja kein Kundenpferd, was ich nicht mag, aber Quarterhorse-Wallach "Wurlys Sundance Jack" ist für mich schon was Besonderes. Man merkt halt irgendwie, dass er ein Nachkomme von "Hollywood Dun it" ist - ein Pferd mit viel Potenzial. Vor einigen Tagen hat seine Besitzerin Dorina mir dieses Foto geschickt, wo die beiden endlich, endlich entspannt im Wald reiten. Bis dahin war es ein langer Weg und gestern hat sie mir davon erzählt, wie sie ihn vor Jahren gekauft hat. Eigentlich wollte sie ein anderes Pferd kaufen, aber das war schon weg. Jack hat sie dann mehr oder weniger für einen Appel und ein Ei erstanden, weil er nicht ganz einfach war. Der Vorbesitzerin nach wurde er von einem renommierten Westernstall nach anderthalb Wochen Beritt mit den Worten: "Geht nicht" zurück gegeben.



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Fancys Pferdekuss à la: Das-macht-die-sonst-nie & Die-will-nur spielen


Regeln gelten ja für alle und jeden, aber doch nicht bei den eigenen Pferden. Hier der zweite Teil zum Thema "Never use a short rope" - das Foto soll zeigen, dass Fancy eine Tarnung benutzt, die ihr den Anschein gibt, sie könne kein Wässerchen trüben ;-)
So dann erzähle ich euch jetzt mal einen vom Pferd. Meiner einer kann ja gut mit Problempferden: Ich rücke denen mit Horsemanship-Seilen aus Yachtleine zu Leibe, die mindestens 4, aber in der Regel doch sieben Meter lang sind ... zumindest, wenn die Zossen nicht mir gehören. Bei meinen eigenen Pferden stell ich mich so dämlich an, dass ich es tatsächlich ins TV schaffen könnte. Unsere Fancy hat einen Einschuss, läuft auf drei Beinen und durfte seit Montag nicht mehr auf die Wiese und die anderen hatten solidarisch mit Paddock-Haft erhalten. Heute kam dann meine THP und hat ihr eine Spritze geben wollen, was normalerweise kein sooo großes Problem ist. Während sie die Spritze aus dem Auto holt, krabbelt Fancys Tochter Queenie auf dem Paddock (die geht einfach galant zwischen den Litzen durch, wenn kein Strom drauf ist) wälzt sich und will dann das Fangenspielen mit ihrer Mutter einläuten, die nun aber gerade die Spritze kriegen soll. Vor die Wahl gestellt: Spritze oder Fangen spielen, hat diese sich für Letzteres entschieden und ab geht die Luzie ... äh .. Fancy.Ich musste den pisseligen Führstrick natürlich loslassen, aber frei nach dem Motto: Sind-wir-Cowgirls-oder-sind-wir-Memmen, bin ich hinterher und wollte Madame holen (warum habe ich Depp mir kein langes Seil geholt??). Während ich in aller Gemütlichkeit mit Fancy richtig Spritze stiefel, läutet Queenie Fangen-Spielen der Tragödie zweiter Teil ein, Fancy will mitlaufen .... ich will mit aller Kraft das 1,47-m-Seil halten und da hat die mich in die Hüfte getreten, dass ich ein Meter durch die Luft geflogen bin und mir Selbige wegblieb. Anstatt mich aber nun ProViehmäßig schreiend auf den Boden zu schmeißen, bin ich aufgestanden, habe humpelnd ein Seil und Futter geholt und dann hat die ihre Spritze bekommen. Und dreimal dürft ihr raten, was ich meiner THP und meiner dabei stehenden Kundin gesagt habe ..... DAS MACHT DIE SONST NIE :-D :-D :-D
(HIER geht es zu Teil 1 von: NEVER USE A SHORT ROPE)
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und das ist der 2. Teil der Story: Angst ist nicht gleich Angst

Es gibt eine Menge Gründe, warum man Angst haben kann und es geht nicht immer nur darum, dass man Angst davor hat, verletzt zu werden. Auch das Gegenteil kann der Fall sein: Die Angst davor einem anderen weh zu tun. Sabine z.B. hat vor einigen Jahren ihr Herzenspferd "Sinir" gekauft, aber nicht geritten aus Angst davor, etwas falsch zu machen. Sinir hat das Zeug zum Turnierpferd bei den Islandpferden, aber Sabine ist Zeit ihres Lebens Freizeitreiterin gewesen. Mit ihrer Vafi war es so, dass die beiden sich wortlos ja sogar hilfenlos quasi per Gedankenübertragung verständigt haben und Sabine wusste, dass sie sich immer auf Vafi verlassen kann. Aber leider werden Pferde nicht so alt wie Menschen und als Vafi nicht mehr war, lief Sabine irgendwann der Fuchs Sinir über den Weg. (WEITERLESEN)


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Mach ein Spiel draus: Warum ein Klaps eben nicht dasselbe ist wie ein Klaps

Im Laufe des Monats Januar habe ich Euch ja einige von meinen Lieblingsreitschülern vorgestellt.
Nicht ganz krönender Abschluß, aber wohl der Höhepunkt ist „mein“ Horsemanship-Trüppchen aus Hückeswagen, die ich seit Herbst unterrichte. Im Spätsommer war es nur eine Kundin und die hatte ein Pflegepferd in Wipperfürth. Schon die erste Stunde war wirklich angenehm: (WEITERLESEN)

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Von Milchwagen, Schnaps & Gewohnheitstieren

Nina hat ein Pferd, das ich als Cisco in einfarbig, aber größer beschreiben würde - also eher faul und wenn er vorwärts gehen soll und er will nicht, dann schmeißt er auch schon mal den Hintern hoch. „Heitas Donald“ ist ein Connemara – also ein etwas zu groß geratenes Pony. In der allerersten Stunde wäre es ja eigentlich an der Reihe gewesen, dass man die sieben Spiele erklärt, z.B. den Unterschied zwischen rhythmischer Bewegung, rhythmischem Druck und stetigem Druck – also Parellis Spiele 1-3: Friendly, Driving und Porcupine Game, um dann zu den Zweckspielen überzugehen. Da Nina Vorerfahrung hat und schon ein kleines bißchen die Freude am Pony verloren hatte, sind wir völlig anders vorgegangen und haben über Horsenality-Strategien für so genannte Left-Brain-Introverts (nach Parelli) gesprochen: Ecken- und Milchwagenspiel oder einfach selbst einmal langsamer gehen, als das Pferd gehen will, damit das Pferd auf die Idee kommt, dass schneller mehr Spaß macht. Ich habe Linda Parellis Pling-Pling (gleichbleibendes Klopfen) und das Thunk-Thunk (verdoppeln) erklärt und auch das Auf-den-Zirkel-Schicken-mit-richtig-viel-Energie demonstriert und Nina gesagt, dass sie möglichst als Hausaufgabe jede Strategie 3 x ausprobiert, um zu sehen, ob sie für „Heitas Donald“ passt oder nicht, weil ja nicht jedes Pferd gleich ist. Und genau das war in diesem Pferd-Mensch-Team das Ausschlaggebende. Als wir uns das zweite Mal gesehen haben, hat Nina gesagt, dass sie „Heitas Donald“ seitdem mit völlig neuen Augen sieht und obwohl er nicht wesentlich schneller geworden ist, so hat sich doch die Beziehung zwischen den beiden geändert. Sie steht nämlich jetzt an erster Stelle: Natural Horsemanship in seiner reinsten Form. (VIDEO ZUM MILCHWAGENSPIEL)

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