Donnerstag, 14. September 2017

Pferd zu Tode gestürzt, weil es Kompliment & Fußlonge verweigert


Lucky hat die Fußlonge toleriert, Fancy nicht - im VIDEO unten zeigen wir
mit Fancy wie das Kompliment auch ohne Fußlonge beigebracht werden kann
Der folgende Blogbeitrag ist ein Ausschnitt aus meinem neuesten Buch - die besten Artikel erscheinen natürlich nicht hier im Blog, sondern exklusiv im Buch. Mehr Infos zu "Tod eines Pferdes - Zirkuslektionen ...": HIER

Im letzten Monat ging es darum, dass Pferdetraining nicht immer lieb und nett sein kann und man es z.B. durchsetzen muss, dass ein Pferd einmal einen Schritt zur Seite geht (HIER nachzulesen). Aber einen Zirkustrick beim Pferd durchzusetzen .. auf die Idee würde ich im Leben nicht kommen, denn das macht man doch zum Spaß (oder zur Gymnastizierung und Dehnung) und es geht hier nicht ums Thema Grundgehorsam bzw. Safety First. Es darf nicht wahr sein, dass ein Pferd, das das Kompliment nicht lernt, dafür sein Leben lässt.
HIER geht's zum Blogbeitrag mit Hintergründen zum Urteil
Bei einem Zirkuskurs in Leichlingen ist vor einigen Monaten ein Pferd zu Tode gestürzt und der Trainer versuchte sich im Nachgang herauszureden mit: "Da hat man mir einen Steiger untergeschoben." Nachdem das Pferd ein Dutzend mal gestiegen war und sich das erste Mal überschlagen hatte, hat er wohl die Besitzerin gefragt, ob er weitermachen soll. Diese antwortete, dass sie das Kompliment zuhause nicht machen wolle. Darauf ermahnte der Trainer sie, dass man einem Pferd ein solches Verhalten nicht durchgehen lassen solle, was in einem Video zu hören ist. Das Video zeigt, dass das Pferd ein Dutzend Mal stieg und sich dann das erste Mal überschlug, nachdem der Trainer sechs Minuten lang versucht hatte, das Pferd in das Kompliment zu zwingen. In den ersten zwei Minuten kooperierte das Pferd brav, aber dann wurde die Gegenwehr heftiger, weil der Trainer sich mit wenigen Zentimetern Richtung Boden nicht zufrieden gegeben hatte. Da es nicht jedermanns Sache ist sich folgendes Video anzusehen, hier eine kleine Zusammenfassung: Das Pferd ist erstmal umgänglich, verweigert aber das Kompliment, weil es der erste Zirkuskurs im Leben des Pferdes ist. Das geht so drei Minuten lang, erstes leichtes Steigen mit Gegenwehr, dann senkrecht in der Luft: Das Pferd überschlägt sich zwei Mal, beim dritten Überschlagen ist es tot, aber das zeigt das Video nicht. Nach dem ersten Überschlag fragt Pfister die Besiterin am Rande, ob er weitermachen soll. Die Besitzerin antwortet, dass sie nachsehen möchte, ob das Pferd lahmt und nach einem zweiten Überschlag, dass sie die Übung zuhause nicht machen würde. Pfister argumentiert, dass er so ein Verhalten seinen Pferden nicht durchgehen lassen würde. Nicht zu sehen, aber unbestritten wahr ist:

Beim dritten Überschlagen war das Pferd sofort tot: Genickbruch.




HIER klicken, um den Artikel des General-Anzeigers zu lesen - meiner Meinung nach der erste Pressebericht, der gut recherchiert war. Die Berichte des HORSEMAN, MEIN PFERD & REITERREVUE hatten Peter Pfister ja eher ein Forum gegeben, ohne die Gegenseite zu hören.

Idealerweise sollte das Kompliment aber in kleinen Schritten beigebracht werden: Über Wochen und Monate werden Zutaten des Kompliments erarbeitet und nach Zirkuslegende Freddy Knie kleinschrittig vorgegangen. Der hat nämlich irgendwann gesagt: "Jeden Tag ein Zentimeter wird auch irgendwann zum Meter". Nicht so bei diesem Trainer, der das Pferd schon beim allerersten Mal ganz nach unten ziehen wollte: eine Longe am Bein, ein Strick um den Hals und eine Helferin, die das Pferd am Halfter am Steigen hindern sollte. Die immer heftiger werdende Gegenwehr ist m.E. kein Wunder ist, wenn zwei Trainer es quasi von drei Seiten fesseln. Bei einem anderen Pferd im Kurs wurden sogar zwei Fußlongen samt Führstrick eingesetzt, um es durch Hebelwirkung zu zwei Leuten niederzuringen, um das "A genoux" (das Knien) zu erarbeiten.  Obwohl das verstorbene Pferd (wahrscheinlich in Todesangst, weil es gibt nichts Schlimmeres für ein Fluchttier, als es an der Flucht zu hindern) sich bereits einmal überschlagen hatte, hörte der Trainer nicht auf mit dem Versuch, die Fußlonge als Zwangsmittel einzusetzen. Er hörte auch dann nicht auf, als das Pferd bereit war, einige Zentimeter Richtung Boden zu weichen. DAS wäre DIE Gelegenheit gewesen einen positiven Abschluss zu finden. Da die Pferdepresse sich offenbar im Erarbeiten von Zirkuslektionen so gar nicht auskennt (Notiz an mich selbst: Mein Pferd kündigen und Reiterrevue einen Leserbrief schreiben) und wohl auch die erwähnten Videos nicht angesehen haben, findet ihr ganz unten die Stellungnahme der Reitbeteiligung und Screenshots, die beweisen, dass dieser Trainer eine sehr geschönte Version der Geschichte an die Presse weitergegeben hat, wo er sich selbst als Opfer darstellt, obwohl er m.E. der Täter war, denn seine Anwendung der Fußlonge ist doch recht abenteuerlich und wird auch in der Literatur SO nicht beschrieben.
Hier mein neuestes Buch, das im Januar 2018 erscheint. Es beleuchtet den Fall Pfister & Evita in ungewöhnlichen Kon-stellationen: Satiren über die Pferdepresse, esoterische & religiöse Betrachtungen, Interviews & Statements von anderen.

Die Zutaten zum Kompliment erkläre ich in dieser etwas älteren Playlist (niemals ohne Trainer anwenden, aber was rede ich: MIT Trainer kann es auch in die Hose gehen). Bitte am PC schauen, da die unverzichtbaren Anmerkungen auf dem Handy nicht angezeigt werden.



Ein drittes Pferd beim Kurs in Leichlingen ist ebenfalls in den Fight-or-Flight-Modus gewechselt und versuchte sich loszureißen. Wohlgemerkt: Es ging um Dinge, die Pferd und Mensch eigentlich Spaß machen sollen. Ein in obiger Playlist integriertes Video (uralt, sorry für die Qualität) zeigt, dass man selbst für die Erarbeitung des Kniens nur eine Fußlonge benutzt und nicht zwei und sinnvollerweise den Gebrauch auch zunächst bei einem Pferd erklärt, das die Fußlonge kennt und sozusagen als vierbeiniger Lehrer fungiert. Auch wird erklärt, dass es nicht bei jedem Pferd geht und man abbrechen sollte, wenn ein Pferd sich wehrt. Hier nochmal dieses Video separat:




Ponys sehen es meist locker: "Fußlonge - na und?" ist Indis & Ciscos Devise
Wenn man auf einen Kurs fährt, vertraut man darauf, dass der Trainer mehr Ahnung hat, als man selbst und weiß, was er tut. Es macht mich einfach wütend, dass hier den Besitzern vom Trainer die Schuld in die Schuhe geschoben werden sollte, indem gesagt wurde, man hätte ihm einen Steiger untergeschoben. Die Screenshots unten sprechen eine andere Sprache, aber das hat der Trainer auf seiner Facebook-Seite mittlerweile verborgen.
Meines Erachtens fehlt es diesem Trainer an einer ganz bestimmten Sache: Er war nicht gut genug ausgebildet, um das Pferd einzuschätzen und seine Strategie an die Pferdepersönlichkeit anzupassen Manche Trainer behandeln alle Pferde gleich und das ist in vielerlei Hinsicht gefährlich. Bei Pferden, die Angst haben oder klaustrophobisch reagieren (wie z.B. auf ein oder zwei Fußlonge mit zwei Stricken kombiniert) muss man ganz anders vorgehen als bei selbstbewußten vierbeinigen Rotznasen. Wenn eine Methode nicht funktioniert, dann braucht es eine andere - so einfach ist das. Aber auch wenn ein Pferd nicht will oder einfach keinen Bock hat, ist das noch lange kein Grund, diese zu versklaven mit Aussagen wie: "Damit darf das Pferd nicht durchkommen." Wir sind ja nicht im Krieg, sondern wollen uns eine Partnerschaft mit dem Pferd aufbauen, in der es um gegenseitigen Respekt geht. Um ein unerwünschtes Steigen in den Griff zu bekommen, sollte man statt das Brecheisen auszupacken und mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, einfach klüger sein als das Pferd, was ich Euch im nächsten Teil dieser Blogserie erkläre. Bei dem verstorbenen Pferd hat es sich aber keineswegs um einen Steiger gehandelt: Es war so brav, dass selbst kleine Kinder es händeln konnten. Dieses Steigen war somit vom Trainer hausgemacht, selbst wenn es so gewesen sein sollte, dass es ein Steigen wenn der Druck zu hoch wurde vorher schon gegeben hätte: Druck zu hoch, ist Druck zu hoch. Unterhalb der Werbung folgt die von mir kommentierte Stellungnahme der Reitbeteiligung und die versprochenen Screenshots (möglicherweise nicht optimal sortiert, weil ich den Beitrag von der German Open Westernreiten aus eingegeben habe).

Vorab noch das im 1. Foto verlinkte Video, wie unsere Fancy das Kompliment ohne Fußlonge gelernt hat. Die ist mit der Fußlonge nämlich auch beinahe ausgerastet, was ja verständlich ist ... so als Fluchttier: Das Fixieren der Pferdebeine fühlt sich einfach lebensbedrohlich an:


Noch ein Fehler des Trainers: Er hat eine normale Longe zur
Fußlonge umfunktioniert: Ein No-Go, weil diese einschnürt
Auf Youtube testen wir eine gesponsorte Beinlonge und die Videos von Eva Wiemers, die man hier kaufen kann: www.wiemers.at/filme-1/ Die ersten beiden sind umsonst und die käuflich Erwerbbaren sind etwa eine Stunde lang, sieben an der Zahl und die Testfrage ist:
Kann ich einem Pferd anhand von Videos auf pferdegerechte Art das Liegen beibringen. Die Reihe läuft in unserem Natural Horsemanship-Kanal, denn auch bei Wiemers beginnen Zirkuslektionen mit vertrauensbildenden Horsemanshipaufgaben. Dann folgt die Gymnastizierung und dann die Zirkuslektion, so dass es pro Woche je ein Horsemanship- und ein Zirkusvideo gibt. Damit wir uns diese Arbeit (abgesehen vom Sponsoring) nicht völlig kostenlos machen, bitten wir um Eure Hilfe:


Auf Youtube werden nämlich nur noch Kanäle monetarisiert werden, die mehr als 1.000 Abonennten haben. Wir haben bis 20. Februar Zeit, sonst dreht man uns den Geldhahn ab. Für Euch ist das Abo kostenlos - vielen Dank für Eure Mithilfe: Abonniert (mindestens) unseren größten Kanal.







Wie man ohne Flaschenzug und "Das-lasse-ich-meinem-Pferd-nicht-durchgehen"-Sprüchen damit umgeht, wenn ein Pferd sich verweigert, könnt ihr im Pferde-vermenschlichen-Buch und im Lehrbuch "Westernreiten meets Natural Horsemanship" nachlesen.



Noch eine Bitte in eigener Sache, bevor es weitergeht mit dem Thema "Fußlonge als Flaschenzug":
Da bald Bundestagswahl ist, besucht auch meinen POLITISCHEN BLOG, isbd. diesen Artikel:
Zu dem Kasten in der Reiterrevue, wo die "Journalistin" inkognito auf einem Kurs bei Peter Pfister war und ihn quasi in den Himmel lobt: Was hat die denn erwartet nach so einem Desaster? Dass er weiter macht wie bisher? Er hat einen Ruf zu verlieren und damit geht es um viel Geld. Deswegen erklärt er sich ja so ausführlich gegenüber der Presse, obwohl er gleichzeitig von den Besitzern Diskretion erbeten hatte, wie mir die Reitbeteiligung schrieb. 
Ich selbst kenne die Reitbeteiligung persönlich und sie hat mir kurz nach dem Tod des Pferdes zunächst geschrieben, dass und wie das Pferd verunglückt ist, aber mir den Namen des Trainers nicht verraten. Sie hat nämlich alles Andere getan, als einen Shitstorm loszutreten. Den Namen hat sie erst gesagt, nachdem Pfister auf seiner Facebook-Seite behauptet hat, man hätte ihm einen Steiger "untergeschoben" (!!!) und daraufhin haben etliche Menschen seine Seite negativ bewertet oder aber in den Kommentaren geschrieben, was für ein braves Pferd Evita war: Auch das bravste Pferd wehrt sich irgendwann, wenn man es quasi fesselt und über Zwangsmaßnahmen (Flaschenzug-Effekt wirkt hier als Hebel bzw. Kraftverstärker) versucht niederzuringen. All diese Kommentare, hat Peter Pfister dann gelöscht, indem er die Bewertungsfunktion auf seiner Seite unsichtbar geschaltet hat.

Stellungnahme der Reitbeteiligung der bei Peter Pfister im April 2017 tödlich verunglückten Evita.
In der aktuellen Oktober-Ausgabe der Reiter Revue schreibt diese, ich zitiere:
"Sie (die Besitzerin von Evita) bestätigte jedoch am Telefon, dass das Pferd vor dem Unfall innerhalb des Trainings zuvor zwei Mal gestiegen sei."
Dies ist NICHT RICHTIG. Wir haben von den beiden ersten Stürzen je eine Video.
Das erste Video geht über sechs Minuten, bis es zum ersten Sturz mit Überschlag über den Rücken kommt (dieser erste und der zweite Sturz waren noch nicht tödlich).
Innerhalb dieser ersten sechs Minuten vor dem ersten Sturz steigt Evita etliche Male, auch springt sie mehrmals zur Seite weg.
Sie ist deutlich öfter gestiegen, bis sie dann so heftig und schnell stieg, dass sie sich zum ersten Mal mit voller Wucht über den Rücken überschlug.
Weiterhin schreibt die Reiter Revue:
"Auch die Reitbeteiligung des verunglückten Pferdes meldet sich plötzlich in einem Forum zu Wort.
Es beginnt ein Shitstorm auf den Ausbilder, der sich für den Unfall und seine generelle Trainingsweise rechtfertigen muss."
Dazu muss ich jetzt mal tief Luft holen.
Peter Pfister postete nämlich auf seiner Facebook Seite, dass man ihm offensichtlich einen Steiger untergeschoben habe. Diesen Kommentar hat er sehr schnell wieder gelöscht. Ebenso hat er die daraufhin folgenden Reaktionen auf seinen Kommentar gelöscht. Es haben sich nämlich einige Leute gemeldet, die Evita gekannt haben.
Peter Pfister soll ausserdem gegenüber der Redaktion der Reiter Revue behauptet haben, Evita wäre ein problematischer Steiger gewesen. Die Redaktion rief daraufhin die Besitzerin von Evita an. Die Besitzerin stellte diese Aussage richtig, nämlich, dass Evita kein Steiger gewesen ist.
Macht euch selbst ein Bild davon, hier sind die Screenshots aller gelöschten Kommentare.
Übrigens wurde Peter Pfister gefragt, wie er dazu kommt, so etwas zu behaupten. Er hat nie geantwortet. Es kann also keine Rede davon sein, dass er sich nun rechtfertigen muss.
Und den SHITSTORM, den hat er selber ganz alleine ausgelöst.
Er treibt ein Pferd in den TOD und behauptet dann, unsere Evita wäre ein problematischer Steiger gewesen. Ganz große Klasse von so einem bekannten Trainer. In die Scheiße hat er sich selber hineingeritten.
Und absolut einseitig recherchiert von der Reiter Revue, der Mein Pferd und der Horseman.
Diese drei Zeitschriften haben Peter Pfister unheimlich viel Platz eingeräumt.
Aber keine dieser drei Zeitschriften hatte anscheinend Kenntnis davon, dass Peter Pfister behauptet hat, Evita wäre ein Steiger gewesen.
Besonders schlimm macht es der Zusatz, dass sie ihm "untergeschoben" worden wäre. Dies suggeriert eine Absicht.
Und was hätte damit bezweckt werden sollen? Ich habe fertig, bildet euch eure eigene Meinung. (Ulrike Bader)


















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